Moosbergstollen in Altaussee Der Altausseer See Der Franz-Josefs-Stollen in Hallstatt Blick vom Zwölferkogel auf den Hallstätter See Beim Moosbergstollen mit Blick auf den Loser

Der Begriff und sein geschichtlicher Hintergrund

Der Begriff Salzkammergut leitet sich einerseits von der allgegenwärtigen Existenz des Salzes ab, welches in Hallstatt seit mittlerweile mehr als 7.000 Jahren gewonnen wird. Auch heute noch wird in den drei Bergwerken von Altaussee, Bad Ischl und Hallstatt Salz abgebaut.

‚Kammergut' wiederum bezeichnet die Besitzansprüche, welche der Landesfürst auf wichtige Ressourcen, so z.B. Salz, geltend machte. Die Habsburger, ab dem späten 13. Jahrhundert Landesfürsten der österreichischen Länder, erklärten im Wissen um die reichen Salzvorkommen vorerst die Region um Hallstatt, im weiteren Verlauf weitere Teile bis Ischl und Ebensee zum Kammergut und unterstellten dieses ab 1527 der Hofkammer in Wien. Auf diese Weise war der direkte Besitzanspruch der Habsburger und der Zugriff auf die Erträge aus Salz -und Holzwirtschaft gesichert. Mit den Einnahmen wurden über Jahrhunderte Kriege und der private Lebensstil des späteren Kaiserhauses finanziert. Es wird sogar gemunkelt, dass die Wiener Ringstraßenbauten ihre Existenz dem Salz verdanken.

Im Wissen, dass nur ein dauerhafter sozialer Friede die Salzproduktion sicherstellen könnte, wurden die Kammergutarbeiter mit Rechten und Privilegien ausgestattet (z.B. Steuerbefreiung, medizinische Versorgung, Pension, Naturalienentlohnung). Bis ins 19., teilweise sogar bis ins 20. Jahrhundert arbeitete ein Großteil der Kammergutbevölkerung als Salinenarbeiter (die Saline war seit jeher jener Betrieb, welcher mit dem Salzabbau und allen damit verbundenen Sektoren betraut war) im Salz-, Holz -und Schiffswesen. Noch zu Beginn des 20. Jh. war die Tatsache, ein "Koaserischer" (Kaiserlicher Arbeiter) zu sein mit einem gewissen Prestige verbunden, da man damit Arbeitsplatzsicherheit und Grundversorgung assoziierte. Das Know-how der hoch spezialisierten Holz -und Bergarbeiter - das Wissen wurde zumeist vom Vater auf den Sohn weitergegeben - war auf dem Gebiet der gesamten Monarchie gefragt. Sogar die Gegenreformation - Rekatholisierung und Verfolgung von Protestanten (bis zum Toleranzpatent von 1781) - wurde im Kammergut, welches nach Beschwerden des Passauer Erzbischofs "stocklutherisch" war, in vergleichsweise gemäßigtem Ausmaß praktiziert, da man die hoch qualifizierten Arbeitskräfte nicht entbehren konnte.

Erst im 19. Jahrhundert, als die Region einen neuen Aufschwung als Sommerfrische-Destination erlebte, entwickelte sich der Begriff Salzkammergut zu einer geographischen Ortsbezeichnung.

Quellen:
H.J.Urstöger, Hallstatt-Chronik, Hallstatt 2000;
Dr. Kern, Anton, Vortrag Welterbeseminar, 2006





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